Weisheiten
 

Heckmair Anderl

 
Wer nicht selbst einmal das Gipfelglück gekostet hat, an den kann man noch so viele Worte verschwenden, - er wird's nie ganz verstehen.
 
Kammerlander Hans

 
Es muss doch in den Bergen ein geheimer Zauber liegen, dass sie uns immer größere Schwierigkeiten und Anstrengungen suchen lassen und wir sie nur umso stärker lieben, je mehr sie uns kosten.
 
Reinhold Messner


 

Die tiefsten Gründe auf die Berge zu steigen liegen darin, dass ich die
stärksten Erfahrungen nur haben kann, wenn ich bis an den Rand der Möglichkeiten
gehe.
 
Kammerlander Hans

 
Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst, dass du die Natur um dich herum spürst - dann macht Bergsteigen unheimlich glücklich.
 
Herbert Huber
 
Es heißt nicht umsonst SANDalen und nicht BERGalen.
 
Reinhold Messner

 

 


 

 

Ein Bergsteiger, der nur aus Mut besteht und keine Angst hat, der lebt nicht lange.

Wir gehen freiwillig in die gefährlichsten Zonen de Erde, um nicht umzukommen.

Wer selber dieser Leidenschaft verfallen ist, versteht, das die Eroberung des Nutzlosen auf der anderen Seite eine der faszinierendsten Möglichkeiten ist, um sich selber und die Welt kennenzulernen. Sich selber in die Natur hinein zu begeben und diese als etwas reales und auch gefährliches wahr zu nehmen.

Berge, die es zu versetzen gilt, sind in unserem Bewusstsein.
 

Rudolf Weckler

 


 

Auf die Berge musst Du steigen, wird dir weh im dunklen Tal.
Auf den Bergen kommt zum schweigen, was Dir Mühe macht und Qual.

Menschen, die auf Bergen steigen widerspiegeln Sonnenlicht.
Andre, die im Tal geblieben verstehen diese Sprache nicht.
 

William Blake

 

Wenn Mensch und Berg sich begegnen, ereignen sich große Dinge, die sich im Gedränge der Straßen
nicht verwirklichen lassen.
 
Hermann Buhl

 

Der echte Bergsteiger, auch der extremste, hat an einer leichten Tour oder an einem Spaziergang genauso seine Freude, wie er sie empfindet, wenn er sich dann wieder hart an der Grenze des Menschenmöglichen bewegt.
 
Anderl Heckmair

 

Ein Bergsteiger ist meines Erachtens nicht, wer nur extreme Touren unternimmt oder nur eine Zeit lang "bergsportlich" tätig ist, sondern wer auf Dauer dem Berg im weitesten Sinne als Lebensideal verbunden bleibt.
Markus Allgaeuer

 

Große stille Lehrmeister sind die Berge, wer ihre Sprache spricht findet dort oben nie erkannte Erfüllung, wer ihre Sprache nicht spricht für den bleiben Sie für immer aus Stein !
 
Marlene Grabner

 

 

Bergsteigen mit Leib und Seele ist nicht eine Erfahrung, auch nicht eine Phase und schon gar nicht eine vorübergehende Laune. Bergsteigen ist vielmehr eine Lebenseinstellung.... es macht nicht alt und hält auch nicht jung... es gibt Erfahrung und man lernt Respekt.... aber es ist nicht vergänglich... denn selbst in jenen Tagen in denen man nicht auf den Bergen sein kann lebt man von den Erfahrungen welche einem dazu bewegen wieder nach oben zu gehen....

 

 

 

Mythen und Sagen im Gebirge


 

Die Schlafende Hexe

Etwa auf halber Strecke der Straße von Bad Reichenhall nach Berchtesgaden fällt der Blick auf das Lattengebirge mit dem markanten Steinzug „Schlafende Hexe“. Die Sage um diesen Berg versucht die auffallenden Umrisse, die einer liegenden Hexe gleichen sowie das Phänomen der hier besonders häufig auftretenden Steinschläge zu erklären.
Am Hallthurmpaß soll der Sage nach eine Hexe ihr Unwesen getrieben haben. Sie reichte den Reisenden mit Gift versetzte erfrischende Getränke und rollte große Felsbrocken von den Gipfeln herab, um vorbeiziehende Gottgläubige zu töten. Auf einer Missionsreise in seine Heimat Ungarn entkam der Hl. Martin knapp einer von der Hexe ausgelösten Steinlawine und hielt ihr sein Kreuz entgegen. Daraufhin wurde die Hexe in die Luft geschleudert und fiel, zu Stein geworden, auf den Gipfeln des „Predigtstuhls“ und des „Schlegels“ nieder wo sie bis heute liegt.

 

 

Die steinerne Agnes / Das Teufelsloch

Im Lattengebirge erhebt sich eine schlanke Felsspitze, die „Steinerne Agnes“ heißt. Hier soll einst eine sehr fromme Sennerin namens Agnes gelebt haben. Den Teufel ärgerte ihre Frömmigkeit und er versuchte, sie in Gestalt eines Jägers, eines Hirten und eines Musikanten zu verführen. Als all diese Versuche scheiterten, trieb der Teufel eine ihrer Kühe von der Alm weg. Agnes suchte nach ihr und fand sie schließlich. Als sie die Kuh heim treiben wollte, stand plötzlich der Teufel mit funkelnden Augen vor ihr. Sie lief voll Angst davon, gejagt vom Teufel. Entkräftet brach sie zusammen und betete. Da öffnete sich vor ihr eine Steinwand und sie lief hinein. Als der Teufel ihr in die Wand folgte, rannte er sich an Agnes zu Tode, denn sie war zu Stein geworden. Noch heute heißt die Wand „Das Teufelsloch“.

 

 

König Watzmann
Eine Sage über die Entstehung der Berggesichter

     

Nach einer uralten Sage herrschte im Berchtesgadener Land ein wilder König, namens Watzmann. Höchste Lust war es ihm, die Fluren seiner Untertanen freventlich zu vernichten und deren Leben grausam hinzuschlachten. Für sein höllisches Unwesen traf ihn göttliche Strafe; er wurde samt seiner Familie zum ewigen Wahrzeichen in Stein verwandelt.
Quelle

 

 

 

Die Löcher im Roßkopfgrat

Einst lebten auf der Handlaste im Achental zwei Senner. Der Melcher und sein Helfer, der Astner genannt wurde.
Als die Zeit der Christmette kam, trug ihnen der Bauer strengstens auf, die Mette, die im Dorf um Mitternacht gefeiert wurde, zu besuchen.
Es war bitterkalt, draußen vor der Hütte lag meterhoch Schnee, wer sollte sie jetzt zwingen, die Hütte zu verlassen und in das Dorf zu gehen?
So vertrieben sich die beiden Männer die Zeit mit "Watten" (Kartenspiel).
Kaum war es Mitternacht, da schlug die Tür auf und der Leibhaftige stand vor ihnen!
Die Senner wurden vor Schreck kreidebleich. Während der Astner auf die Knie fiel und laut zu beten anfing, suchte der Melker, der das Beten schon verlernt hatte, sein Heil in der Flucht.
Doch der Teufel versperrte ihm den Weg, packte ihn an der Schulter, riß ihn durch das Schlüsselloch hinaus ins Freie, trug ihn in wilder Fahrt auf die Gipfel und riß ihn durch sieben Berge. Jetzt trug er den Melcher wieder zur Astenhütte und stellte ihn hinter der Tür mit dem Kopf nach unten auf.
Die Löcher, durch die der Teufel den Sünder gezogen hatte, sind heute noch besonders schön am Roßkopfgrat zu sehen.

entnommen aus "Sagenwelt im Oberpinzgau" von Volkmar Zobl

 

 

Der Hexentanz auf der Gerlosplatte

Vor vielen Jahren ging ein Jäger von Krimml in das Wildgerlostal auf Gemsenjagd.
Weil er immer wiedser auf dem Rückweg bei den Almen einkehrte, verspätete er sich und kam erst bei Dunkelheit auf die Hinterplatte, wo heute noch drei Hütten stehen.
Es war schon stockfinster. Deshalb legte er sich in der Rem (Heuboden) auf einen Heustock und schlief gleich ein. Plötzlich wurde er aus dem Schlaf geschreckt: er horchte und hörte in nächster Nähe eine Klarinette spielen. Die Musiktöne erklangen ganz deutlich aus der benachbarten Hütte. Er stand auf, öffnete vorsichtig die Remtür und schlich zum Fenster der danebenstehenden Almhütte. Als er durch das kleine Fenster spähte, sah er eine hellbeleuchtete Stube. Auf der Ofensäule saß eine riesengroße, schwarze Katze, die ihren langen Schwanz im Maul hatte und darauf wie auf einer Klarinette spielte.
Die Stube war überfüllt mit Menschen: reiche Bauersleute aus der ganzen Umgebung, Senner und Sennerinnen, die er alle kannte. Sie tanzten ausgelassen und mit wilder Leidenschaft. Je schneller das Spiel der schwarzen Katze wurde, desto toller ging es in der Stube zu.
Als er dieses Spektakel sah, wußte er: Das ist der Hexentanz!
Er wollte mit dieser Hexerei nichts zu tun haben und schlich sich wieder auf sein Heulager, doch konnte er vor lauter Lärm nicht mehr einschlafen. Immer wieder sagte ihm sein Gewissen: "Geh hinüber und mach dem sündhaften Treiben ein Ende!"
Er sprang vom Lager auf, nahm sein Gewehr, schlich wieder zur Almhütte, legte die Büchse auf das eiserne Fensterkreuz, nahm die Teufelskatze aufs Korn und drückte ab.
Im selben Augenblick erhob sich ein furchtbarer Lärm, die Katze purzelte von der Ofensäule, die kreischenden Sennerinnen setzten sich auf eine Ofenschaufel und schrien:
"Hiaz (Jetzt) fahr´n ma (wir) auf und davon und nindascht (nirgends) mehr oa (herunter)."
Gleich darauf erhoben sie sich in die Lüfte und flogen, auf der Ofenschaufel sitzend, durch das Fenster davon.  Voll Entsetzen und ganz gebrochen wankte der Jäger in seine Hütte zurück und sank bewußtlos auf sein Lager.
Erst am nächsten Tag erwachte er aus der Ohnmacht und kehrte schwankend nach Krimml zurück.
Von nun an siechte der Jäger, der früher landauf und landab als lebenslustiger und kräftiger Mann bekannt war, dahin, und nach einem halben
Jahr fand er im Grab seine ewige Ruh.

entnommen aus "Sagenwelt im Oberpinzgau" von Volkmar Zobl